#1 Verdrängen als Lebensstrategie

Mittlerweile findet man viele Treffer, wenn man im Internet den Suchbegriff „spätes Coming-out“ eingibt. Das war nicht immer so. Als ich mich vor knapp zehn Jahren auf die Suche machte, waren die „Late-Bloomers“ wie man lesbische Frauen nennt, die erst in der Mitte ihres Lebens ihre Gefühle zum weiblichen Geschlecht entdecken, noch nicht sehr bekannt. 
Für Männer, die ein spätes „Coming-out“ haben, gibt es übrigens soweit ich weiß, keinen blumigen Namen.

Aber auch wenn das Internet heute viel mehr hergibt, so gibt es auch sehr viel mehr zu lesen, was einem nicht gerade Mut macht. Immer noch ist es für verlassene Ehepartner*innen, Eltern, Verwandte häufig schwierig, mit der „neuen“ sexuellen Orientierung adäquat umzugehen. Sehr oft haben gerade Männer, die ihr „Schwul-sein“ spät erkennen, immer noch Probleme ihre Kinder weiterhin regelmäßig zu sehen.

All diese Ängste trug ich Jahre lang in mir und sie waren sicherlich Beweggründe warum ich mein heterosexuelles Leben trotz eindeutiger Signale nicht so einfach aufgeben konnte. Das Verdrängen nicht wirklich die Lösung ist, darum geht es in der ersten Folge von „Queer is near“.

Wenn ihr auf der Suche nach eurer Identität seid und ihr nicht richtig wisst, an wen ihr euch wenden könnt, dann schaut doch mal auf der LSVD-Website vorbei: 
www.lsvd.de/de/service/sitemap
Hier gibt es allerhand nützliche Informationen!

Auch immer wieder ein guter Anlaufpunkt ist: www.profamilia.de